Christus-Figur in Rüblinghausen zerstört

Das Kebbekus-Kreuz
Das Kebbekus-Kreuz

Da fehlen einem die Worte und man kann es nur ohne Umschweife so ausdrücken: Da scheinen einige Leute unterwegs gewesen zu sein, deren IQ weit unter dem Durchschnitt liegt. Andere würden sagen, die haben einen IQ vom Knäckebrot.

In der Nacht zu Samstag, 20. März haben Unbekannte die erst vor wenigen Wochen restaurierte rund 130 Zentimeter große Christus-Figur am Kebbekus-Kreuz am Olper Bratzkopf (oberhalb von Rüblinghausen) zerschlagen. Die Figur ist über 80 Jahre alt und stammte ursprünglich aus Schlesien. Die zerstörte Figur wird nun erst einmal in der St. Matthäus-Kapelle Rüblinghausen ausgelegt. Die Wut über diesen sinnlosen Vandalismus ist nicht nur in Rüblinghausen groß.

Hinweise auf die Täter nimmt die Polizei Olpe (Tel. 02761.92690) oder Ortsvorsteher Walter Rademacher (Tel. 02761.5623) entgegen. Mehrere Spender haben am Wochenende 800,00 Euro als Belohnung für Hinweise auf den/die Täter zusammengelegt.

Auf der Seite des Pastoralverbundes Olpe wird zum Kebbekus-Kreuz ausgeführt:

Matthäuse-Kapelle
Matthäuse-Kapelle

Im Jahre 1940 zur Zeit des antireligiösen Zeitgeistes stellte der in Olpe wohnende Paul Kebbekus (1901-1982), An den Klippen, mit seinem Schwager Anton Kraft (1896-1969), Westfälische Straße, inmitten der „Kirchtannen“oberhalb der Alemicke und des Schlehseifens ein Kreuz mit dem Korpus Christi auf. Sie wollten damit ein Zeichen des Gottvertrauens in diesen Zeiten von Not und Elend setzen und sicherlich auch Dank sagen, dass ihre Familien bislang von den Kriegswirren verschont geblieben waren. Es war damals höchst gefährlich, für einen deutschen Staatsbürger (Volksgenossen), ein solches Symbol christlichen Glaubens, als Zeichen einer religiösen Überzeugung in der Öffentlichkeit zu zeigen. Deshalb war über die zweite beteiligte Person zunächst lange Jahre nichts zu erfahren. Jedoch hatte sich die Kunde über das Aufstellen des Kreuzes an dieser Stelle schnell herumgesprochen, so dass mehr und mehr Rüblinghauser den Weg dorthin fanden. Der ur- sprünglich versteckt im Wald gelegene Platz wurde immer mehr ein beliebtes Ziel der Menschen bei einem Spaziergang aus der näheren Umgebung, wo sie Ruhe und Trost im Gebet finden konnten. Als der umgebende Fichtenwald des Kreuzes im Jahr 1947 gerodet wurde, verlegte man den Standort des Kreuzes mit dem ursprünglich aus Schlesien stammenden Korpus, etwa 100 Meter in westliche Richtung. Restauriert wurde das Kreuz im Spätherbst des Jahres 1984, als ein Sturm das Kreuz umgeworfen und beschädigt hatte. Pastor Johannes Pohl segnete das Kreuz in einer kleinen Feierstunde am Samstag, den 11. Mai 1985.

Fotos: Berthold Stamm (www.bilderdienst)