Franz Hitze – ein Sozialreformer aus Westfalen im Filmporträt

Zum Foto (v.l.): Bürgermeister Peter Weber, Christin-Marie Stamm (stellv. Fraktionsvorsitzende LWL-SPD) und Klaus Baumann (Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung).

Franz Hitze (1851-1921) gilt als einer der prägenden Gestalter des deutschen Sozialstaates. Erstmals erinnert jetzt ein Film an den gebürtigen Sauerländer. Aus Anlass seines 100. Todestages ist im Auftrag des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), der Landeszentrale für politische Bildung NRW und der Stadt Olpe ein dokumentarisches Filmporträt entstanden, das Leben und Wirken des Sozialreformers beleuchtet. Die Premiere des Films findet am Dienstag (28.9.) in Olpe statt mit einem Grußwort von Klaus Baumann, Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung.

Franz Hitze hat mit seinen Initiativen zum Ausbau der Arbeiterversicherungssysteme, zur betrieblichen Mitbestimmung, zum Arbeits- und Mütterschutz sowie zum Verbot der Kinderarbeit Grundlagen für das heutige Sozialsystem gelegt.


Mit dem Film „Franz Hitze – Ein Sozialreformer aus Westfalen“ erinnert das LWL-Medienzentrum an den bedeutenden Westfalen, der durch seine Herkunft aus dem Sauerland, seine soziale und pastorale Arbeit im niederrheinischen Textilrevier und seine wissenschaftliche Tätigkeit in der damaligen westfälischen Provinzialhauptstadt Münster unterschiedliche Landesteile Nordrhein-Westfalens in seiner Person verbindet. In sechs Kapiteln vermittelt der von der Berliner „Bildungsfilm GbR“ produzierte Film Leben, Werk und bleibende Bedeutung Franz Hitzes. Mithilfe von Drehs an Originalschauplätzen, einem Schauspieler, der in die Rolle des älteren Franz Hitze schlüpft, und auch einigen Graphic-Novel-Szenen, die historische Situation visualisieren, wird die Persönlichkeit des Priesters und Politikers lebendig. Eine Reihe von Fachleuten äußert sich zum historischen Hintergrund und zur heutigen Aktualität seines Wirkens. Dabei bleiben auch problematische Aspekte, wie antisemitische Äußerungen in seinen frühen Schriften, nicht ausgespart.

Der Film richtet sich an alle, die sich für die deutsche und speziell rheinisch-westfälische Gesellschaftsgeschichte des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts interessieren. Schulen und außerschulischen Bildungsträgern nicht nur in Nordrhein-Westfalen möchte er einen Impuls liefern, sich mit der sozialen Frage und den Bemühungen zu ihrer Lösung zu beschäftigen und davon ausgehend nach der Bedeutung eines funktionierenden Sozialsystems für unsere Gesellschaft zu fragen.

Die DVD kann für 14,90 Euro im Buchhandel und beim LWL-Medienzentrum, Fürstenbergstraße 13-15, 48147 Münster, E-Mail: medienzentrum@lwl.org erworben werden.

Nähere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden sich unter http://www.westfalen-medien.lwl.org. Unter dieser Adresse steht der Film in Kürze auch zum Download bereit.