Sparkasse ODW: Geschäftsjahr 2020 – Gemeinsam durch die Krise

Solide Zahlen im Jahr großer Herausforderungen

Olpe/ Drolshagen/ Wenden. Das Corona-Virus hat das gesamte gesellschaftliche und wirtschaftliche Handeln in 2020 geprägt. Wenngleich Banken und Sparkassen nicht die Hauptleidtragenden dieser Krise waren, hat die Pandemie trotzdem auch in der Finanzdienstleistungsbranche tiefgreifende Spuren mit noch nicht absehbaren Konsequenzen auch für ihre Firmen- und Privatkunden hinterlassen. Durch das Eingreifen der Europäischen Zentralbank (EZB) wurde eine Welle von Liquidität in die Kapitalmärkte gespült, die die Negativzinswelt auf unabsehbare Zeit zementiert. Obwohl die Politik und die Notenbanken schnell und entschlossen reagiert haben, hat sich die Wirtschaftsleistung spürbar verlangsamt. Als Nebeneffekt wurde jedoch ein Digitalisierungsschub ausgelöst, der auch nach dem Überwinden der Pandemie positiv nachwirken wird.

Trotz dieser ungünstigen Rahmenbedingungen entwickelte sich das Kundengeschäft der Sparkasse insgesamt in fast allen Geschäftsbereichen positiv. Ein wichtiger Stützpfeiler war, dass die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden in dieser besorgniserregenden Zeit für ihre Kunden in allen finanziellen Angelegenheiten und für die verschiedensten Sorgen – zwischenzeitlich auch digital – jederzeit ansprechbar war. Dieses honorierten die Privatkunden in einer Online-Befragung zum Jahresende. Im Ergebnis liegt die Sparkasse im Vergleich von 57 Sparkassen unter den besten drei in Westfalen-Lippe mit weit überdurchschnittlicher Beratungs- und Service-Zufriedenheit sowie Kundenbindung und -loyalität. Die Bilanzsumme erhöhte sich zum Jahresende 2020 um rund 30 Mio. Euro auf 1,085 Mrd. Euro. Das gesamte Kundengeschäftsvolumen (Bestände an Einlagen, Krediten und Wertpapieren) summierte sich in 2020 mit einem Plus von ca. 90 Mio. Euro auf rund 1,8 Mrd. Euro.

Kredite an Privatkunden und Firmen

Das Wohnungsbau-Finanzierungsgeschäft schien von der Pandemie unbeeindruckt. Der Bestand an Wohnungsbaukrediten erhöhte sich um rund 3,8 % auf ein Volumen von rund 373 Mio. Euro. Im Konsumentenkreditgeschäft spiegelte sich eine zurückhaltende Konsumneigung der Verbraucher wider. Das gewerbliche Kreditgeschäft stabilisierte sich auf dem hohen Vorjahresniveau mit einem leichten Zuwachs um 0,9 % auf 292 Mio. Euro. Ein Vorbote für eine allmähliche wirtschaftliche Erholung zeigt sich in den Darlehenszusagen in Höhe von über 160 Mio. Euro (+ 40 %). Per Saldo erhöhten sich die in der Bilanz ausgewiesenen Kreditforderungen auf 651 Mio. Euro zuzüglich eines nicht in der Bilanz ausgewiesenen Bestands an Konsumentenkrediten in Höhe von 23 Mio. Euro.

Zur Überbrückung von Umsatzausfällen der Firmen in der Corona-Krise standen Sparkasse und die KfW-Bank mit Förderkrediten in Höhe von knapp 8 Mio. Euro zur Seite. Dennoch trifft es einige Unternehmen hart, so dass für sie die zahlreichen Unterstützungsmaßnahmen der Politik von immenser Bedeutung sind. Die Firmenkundenberater führten eine überdurchschnittliche Anzahl an Gesprächen mit ihren Kunden. Es ging um individuelle Lösungen zur Eindämmung der wirtschaftlichen Auswirkungen und damit auch zur Sicherung der Arbeitsplätze. Erfreulich dahingegen war, dass die Sparkasse im Vorjahr 13 Existenzgründungen begleiten konnte.

Immobilienvermittlungen erfreulich

Bei einer Marktsituation mit hoher Nachfrage und geringem Angebot entwickelte sich die Vermittlung von Immobilien insgesamt sehr erfreulich. Die Sparkasse hat sich mit dem Angebot der professionellen Marktpreiseinschätzung mit Vor-Ort-Besichtigung durch ein neues Immobilienvermittler-Team aber auch mit einem Online-Tool darauf erfolgreich eingestellt. Auf Wunsch und bei Eignung eines Objekts können Verkäufer des Weiteren einen neuen Service nutzen: das Sparkassen-Bieterverfahren. Damit profitieren sie in der aktuellen Marktsituation von der hohen Käufernachfrage und können den bestmöglichen Preis erzielen. Beliebt waren auch Kapitalanlagen in sogenannte Pflegeimmobilien.

Einlagenwachstum unter anderen Vorzeichen

Der in den letzten Jahren zu beobachtende Zufluss bei den Kundeneinlagen setzte sich im Berichtsjahr fort, allerdings mit deutlichen Akzentverschiebungen. Waren die Einlagenzuwächse 2019 noch durch eine hohe Liquidität der Unternehmen bedingt, wirkte sich 2020 vor allem die Konsumzurückhaltung der Privatkunden aus. Insgesamt flossen der Sparkasse rund 35 Mio. Euro (+ 4,1 %) Kundengelder zu. Am Jahresende summierten sich die Kundeneinlagen auf 866 Mio. Euro. Die Privatkundenberater standen ihren Kunden aktiv und frühzeitig bei den durch die Pandemie ausgelösten Turbulenzen auf den Kapitalmärkten mit individueller Beratung zur Seite. Erfreulich viele Kunden nutzten die digitale telefonische Beratung, bei der sie sich parallel komplexe Beratungsinhalte per Bildschirmspiegelung von ihrem Berater einfach zeigen lassen können.

Mit Wertpapieren Rendite erzielen

Das Negativzinsumfeld verfestigte sich weiter durch die Überflutung der Kapitalmärkte mit Liquidität in Billionenhöhe durch die Notenbanken. Damit wurde dem Trend zu Anlagen in Wertpapieren bzw. zum Wertpapiersparen auf der Suche nach Erträgen noch einmal zusätzlicher Schub verschafft. Ein weiterer Anlageschwerpunkt für Sparkassen-Kunden waren offene Immobilienfonds, die aufgrund des ungebrochenen Immobilienbooms nach wie vor attraktive Renditen erwirtschaften können. Weiterhin waren, vielfach aus Sicherheitserwägungen, Investitionen in physisches Gold und auch über Zertifikate, die einen Anspruch auf Gold verbriefen, gefragt. Der Trend zu nachhaltigen Kapitalanlagen hält unvermindert an, dem die Sparkasse mittlerweile mit einer großen Produktpalette in nachhaltigen Fonds entspricht. Die Thematik ist bei der Sparkasse seit Herbst Pflichtbestandteil eines jeden Kapitalanlage-Beratungsgesprächs.

Die Umsätze im Kundenwertpapiergeschäft stiegen vor diesem Hintergrund auf rund 150 Mio. Euro an, der Nettoabsatz von Wertpapieren erreichte fast 40 Mio. Euro. Gefragt waren insbesondere Aktienfonds, Aktienanleihen und Aktienzertifikate. Die Anzahl der regelmäßigen Fonds- bzw. Wertpapiersparpläne stieg deutlich. Ein Indiz dafür, dass das Wertpapiergeschäft mehr und mehr auch in der Breite Fahrt aufnimmt. Insgesamt belief sich das Kundenwertpapiervolumen am Jahresende auf etwa 250 Mio. Euro.

Die Pandemie erzeugt einen Digitalisierungsschub

Infektionsrisiken beim Bezahlen im Einzelhandel wollten Verbraucher verstärkt durch kontaktlose Zahlungen vermeiden. Auch die gesteigerte Bitte des Einzelhandels, als Kunden-Service bargeldloses Bezahlen anzubieten, gab dem kontaktlosen Bezahlen mit mobilen Endgeräten enormen Auftrieb. Alle Kunden der Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden sind mit ihren Sparkassen-Cards dazu problemlos in der Lage. In allen gängigen Kontomodellen sind die Buchungsposten für diese Transaktionen kostenfrei. Mobiles Bezahlen ist zwischenzeitlich sowohl mit Android-Geräten als auch mit iOS Betriebssystem für alle Kartenarten möglich. Denn die Sparkassen-Finanzgruppe hat als erste Institutsgruppe in Deutschland die Nutzung von Sparkassen-Cards mit Apple Pay ermöglicht.

Ein hoher Digitalisierungsgrad – 74 % aller Kunden der Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden nutzen Online-Banking über PC, Tablet oder auch mobil über Smartphone per Sparkassen-App – kommt den Kunden in Zeiten der Pandemie besonders zugute. Sie können ihre Geldgeschäfte kontaktlos und flexibel erledigen, so dass ein persönliches Erscheinen in den Geschäftsstellen nicht erforderlich ist. Besonders freut sich die Sparkasse, dass die kostenlose Sparkassen-App in 2020 als Testsieger bei Stiftung Warentest ausgezeichnet wurde.

Als systemrelevanter Anbieter von Finanzdienstleistungen war und ist für die Sparkasse eine vollständige Schließung des Geschäftsbetriebs während der Lockdowns keine Option. Bei allen Beraterinnen und Beratern können Termine vereinbart werden. Darüber hinaus ist das Kunden-Service-Center für alle Routine- und Serviceangelegenheiten ansprechbar. Die telefonische Erreichbarkeit der Sparkasse ist dort von montags bis freitags in der Zeit von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr und auch digital über E-Mail und Service-Chat gewährleistet. Besonders zu Beginn des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 war ein verstärktes Telefonaufkommen (+ 9 %) spürbar sowie eine Zunahme von E-Mail- und Text-Chat-Kontakten um jeweils über 30 %.

Für einen konsequenten Auf- und Ausbau des digitalen Leistungsangebots im Sinne einer stetigen Kundenorientierung erhielt die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden in 2020 zum dritten Mal die Auszeichnung „Beste Multikanal-Sparkasse“ in Westfalen-Lippe.

Ausblick 2021 – Licht am Ende des Tunnels? Die Prognosen gehen von einem spürbaren Anstieg des Wirtschaftswachstums in 2021 aus. Allerdings wird viel davon abhängen, wann wieder eine Normalisierung der wirtschaftlichen Aktivitäten, insbesondere eine Lockerung der Corona-Beschränkungen darstellbar ist. Die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden hat den Anspruch, ihren Privat- und Firmenkunden in diesen schwierigen Zeiten mit kompetenter Beratungsleistung jederzeit zur Seite zu stehen und ihnen ein verlässlicher Finanzpartner zu sein.